René Vautier. Ohne Genehmigung – Zeughauskino 5.-10. dez 2012

Endlich mal wieder. Fünf Tage radikales Filmemachen im Kino zusammen ansehen. Wir sitzen schon mitten drin!

Ohne Genehmigung
Die Filme von René Vautier im Kontext von Internationalismus,
an
ti-kolonialen Kämpfen und Cinéma militant. Eine Werkschau.
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Without Permission.
The films of René Vautier in the context of
Internationalism, anti-colonial struggles and cinéma militant.

(organised & curated by Madeleine Bernstorff & Sebastian Bodirsky)

December 5th-10th, 2012
Zeughauskino Berlin

RADIO 226, the first or last radio of visual culture studies

RADIO 226, das Radio de la Culture Visuelle  went > ging von Montag, den 9.7.2012, 9 am bis Donnerstag den 12.7.2012 auf Sendung > ON AIR < in die Luft.

Hier kann man Verpasstes einholen /\ download what you miss on SOON!
radiodelaculturevisuelle.wordpress.com

The radio was our grand finale. Thanks to all the great people who worked with us …

See you in the future—and now back to the studio!

Das Interview – Screenings im Kino Arsenal

Mi 6.6. (film in english) , 13.6. (german) + 27.6. (german) jeweils 17 h

Das Juni-Filmprogramm im Kino Arsenal zum Seminar „Das Interview“ stellt drei Beispiele von „Interviewfilmen“ zur Diskussion.

In Alan Berliners NOBODY’S BUSINESS (USA 1996; Mi 6.6. 17h) verweigert sich der Zeuge: „Alan Berliner takes on his reclusive father as the reluctant subject of this poignant and graceful study of family history and memory. What emerges is a uniquely cinematic biography that finds both humor and pathos in the swirl of conflicts and affections that bind father and son. Ultimately this complex portrait is a meeting of the minds – where the past meets the present, where generations collide, and where the boundaries of family life are pushed, pulled, stretched, torn and surprisingly at times, also healed.“ (webseite Alan Berliner) Vorgeschlagen und mit einer Einführung von Yara Spaett.

In Stefan Hayn und Anja-Christin Remmerts SCHULDNERBERICHTE (D 2002; Mi 13.6. 17h) „werden auf der Grundlage von anonymisierten Interviews sieben Verschuldungsgeschichten unterschiedlich filmisch inszeniert und ins Verhältnis gesetzt zu Gesprächen mit Personen, die beruflich mit Verschuldung zu tun haben. Schuldnerberater und Wissenschaftler erklären, dass am Anfang fast jeder “Verschuldungskarriere” eine persönliche Krise stehe: Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Scheidung. Diese Erklärung geht den Autoren nicht weit genug. Grund der privaten Krisen ist auch eine Modernisierung, in deren Folge “private” Risiken immer weniger gesellschaftlich aufgefangen werden und die Wirtschaft höhere Gewinne denn je erzielt.“ ( Die Linse in Münster) Einführung: Anja-Christin Remmert und Stefan Hayn

Hans Jürgen Syberbergs SEXBUSINESS MADE IN PASING (BRD 1969; Mi 27.6. 17h) wird zu einem situativen „Beitrag zur Filmsoziologie in Deutschland 1969“. Der bayrische Sexfilmproduzent Alois Brummer (Graf Porno von München) „gekommen bin ich auf diese Sache durch eine Geschichte im Spiegel… Das Haus von Herrn Brummer kennen wir noch nicht, ich weiß nur, dass er dort Filme dreht.“ Der Film kreist darum, Herrn A. B. zu interviewen, was tatsächlich selten gelingt. Ansonsten ist er eine Zustandsbeschreibung von kommerzieller Filmproduktion und Geschlechterbildern 1969 oder wie es H. J. Syberberg in seinem Filmbuch (1976) beschreibt: „Zum ersten Mal sahen deutsche Kulturbürger, Studenten, Kritiker, die Kinowelt, in der sie leben und die sie nicht kannten: praktische Proletkunst, vermarktet, geistlos, pervertiert, deutschen sauberen Sex aus Bayern. … Alles nett, gespenstische Kulturlandschaft, der große Bankrott.  … Alles in einer Woche aufgenommen, chronologisch geschnitten – mit Zwischentiteln zur Anmerkung und Information über Statistisches und Situation des deutschen Films zur Zeit der Entstehung: 1969.“
Einführung: Madeleine Bernstorff
The Interview: a critical appraoch to interview-practices/ three films.

DAS INTERVIEW

Das Interview hat eine Nähe zum Geständnis, zur Beichte, zum Verhör, zur „Redekur“/ talking cure, und scheint auf dem Gesetz der absoluten Identifikation zu basieren. Die Person, die spricht versichert uns, dass sie es in ihrem Namen tut. Das Interview ist also der Ort, an dem man sich selbst spielt, sich dauernd bestätigt und performt, indem man den Sprechakt benutzt um eine eins-zu-eins Identität zu erlangen und zu behaupten. Das Interview ist zudem eine Recherche-Praxis, die die Aufmerksamkeit und die Haltung der Interviewerin auf ganz besondere Weise herausfordert, und in der die Abgründe der medialen Arrangements auf besondere Weise zum Blühen kommen. So sagt Hartmut Bitomsky in einem Essay zu Peter Nestlers Filmen: „Was er gesehen hat, ist ihm anvertraut worden, so verhält er sich zu den Dingen, zu den Gesichtern, zu den Aussagen.“
Wo also positionierst du dich, wie interagierst du, welche Idee eines Austausches hast du, was passiert nach dem Interview? Ein fakultätsübergreifendes Seminar, das mit Filmbeispielen, Texten, praktischen Übungen und Gästen diesen nur scheinbar pragmatischen Komplex der filmischen Recherche zur Diskussion stellt. (Madeleine Bernstorff)

UDK Grunewaldstraße Raum 123, donnerstags 10 – 13h Beginn Do 12.4.

Haben und Brauchen?

Zur Information, Diskussion und Weiterverbreitung:

Die erste Version des Haben und Brauchen Manifests ist jetzt draußen.
http://habenundbrauchen.de/  – Was braucht die Kunst in Berlin?
Das Manifest ist hier in englischer und deutscher Sprache herunterladbar:

Manifest_to have and to need_English
Manifest_Haben und Brauchen_Deutsch

this is wednesday, feb 8th, 4:30 pm, Kino Arsenal

DIE FINANZEN DES GROSSHERZOGS RADIKANT FILM von Max Linz (D 2011) ist eine Farce über den (neofeudalen) Ausverkauf hiesiger Film- und Kunstproduktion, gefolgt von Riki Kalbes HEXENSCHUSS (1979), in dem drei Frauen einen Störsender bauen, FÜHRUNG (D 2011) von René Frölke über den nichtalltäglichen Alltag in einer Kunsthochschule: wie Kunst, Wirtschaft und Regelstudienzeit einander umgarnen. Und Zelimir Zilniks CRNI FILM /SCHWARZER FILM (Jug 1971) fragt abschließend: “Film: Waffe oder Scheiße?“

(in Anwesenheit von Max Linz und René Frölke)

— english version —

DIE FINANZEN DES GROSSHERZOGS RADIKANT FILM by Max Linz (D 2011) is a farce about the (neo-feudal) selling off of local film and art production. It will be followed by Riki Kalbe’s HEXENSCHUSS (BRD 1979), in which three women build a jammer and René Frölke’s FÜHRUNG (D 2011) about how art, business and study become intertwined in the routine of an art academy. At the end of his CRNI FILM (Yugoslavia 1971) by Želimir Žilnik the question is asked: “Is film a weapon or just shit?”

(Max Linz und René Frölke will be there)

this is wednesday, feb 1st, 4:30 pm, Kino Arsenal

Das Februarprogramm SO IS THIS. NOW der Übergangsklasse für zeitbasierte Medien und Performance beginnt mit dem Melodram A STAR IS BORN (USA 1954) von George Cukor, gespielt und produziert von Judy Garland, gestutzt von Warner Brothers: „Is any movie as deeply committed to utterly uncontrolled emotional chaos as his A Star is Born?“ (Dan Callahan, Senses of Cinema).

The februaryprogram for the UdK class for time-based media and performance begins with George Cukor’s melodrama A STAR IS BORN (USA 1954), starring Judy Garland who also produced it, and recut by Warner Brothers: “Is any movie as deeply committed to utterly uncontrolled emotional chaos as his A Star Is Born?” (Dan Callahan, Senses of Cinema)