DAS INTERVIEW

Das Interview hat eine Nähe zum Geständnis, zur Beichte, zum Verhör, zur „Redekur“/ talking cure, und scheint auf dem Gesetz der absoluten Identifikation zu basieren. Die Person, die spricht versichert uns, dass sie es in ihrem Namen tut. Das Interview ist also der Ort, an dem man sich selbst spielt, sich dauernd bestätigt und performt, indem man den Sprechakt benutzt um eine eins-zu-eins Identität zu erlangen und zu behaupten. Das Interview ist zudem eine Recherche-Praxis, die die Aufmerksamkeit und die Haltung der Interviewerin auf ganz besondere Weise herausfordert, und in der die Abgründe der medialen Arrangements auf besondere Weise zum Blühen kommen. So sagt Hartmut Bitomsky in einem Essay zu Peter Nestlers Filmen: „Was er gesehen hat, ist ihm anvertraut worden, so verhält er sich zu den Dingen, zu den Gesichtern, zu den Aussagen.“
Wo also positionierst du dich, wie interagierst du, welche Idee eines Austausches hast du, was passiert nach dem Interview? Ein fakultätsübergreifendes Seminar, das mit Filmbeispielen, Texten, praktischen Übungen und Gästen diesen nur scheinbar pragmatischen Komplex der filmischen Recherche zur Diskussion stellt. (Madeleine Bernstorff)

UDK Grunewaldstraße Raum 123, donnerstags 10 – 13h Beginn Do 12.4.

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